von Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit
Arbeit ist wichtig für jeden von uns, denn sie hat großen Einfluß darauf, ob und wie zufrieden wir in unserem Leben sind. Und es ist wichtig, über sie nachzudenken, denn sie verändert sich immer wieder. Die Arbeitsgesellschaft zeigt sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts widersprüchlich.
So dürfte der deutsche Arbeitsmarkt gerade eine der schwersten Wirtschaftskrisen ohne allzu großen Schaden überstanden haben. Trotzdem gibt es noch immer viel zu viele Menschen, denen es selbst auf dem Höhepunkt des Wirtschaftsaufschwungs im Jahre 2008 kaum gelang, im Erwerbsleben Fuß zu fassen.
Der Bedarf der meisten europäischen Länder an einfacher Industriearbeit schrumpft seit Jahrzehnten, während hochqualifizierte Arbeitskräfte oft händeringend gesucht werden. Körperlich schwere Arbeit nimmt ab, entsprechende Belastungen auch. Dafür nehmen andere arbeitsbezogene Belastungen zu. Nicht jede Arbeit ist eine Bereicherung für den, der sie tut. Viele Menschen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, viele nicht. Manche sind mit ihrer Arbeit überfordert, manche unterfordert.
Manche lernen daraus und verändern sich, andere leiden darunter. Wiederum andere Menschen arbeiten, benötigen aber wegen ihrer niedrigen Löhne noch die Unterstützung der Solidargemeinschaft. Besonders hart trifft es Langzeitarbeitslose. Sie haben mit ihrer Stelle nicht nur das Einkommen verloren, sondern oft auch das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, unter Menschen zu kommen, respektiert zu werden.
Wie wird es mit der Arbeit weitergehen? Wird Arbeit immer knapper und globalisierter, wird sie prekärer und dabei für den Einzelnen immer unsicherer? Oder sorgt der demographische Wandel dafür, dass die Arbeitskräfte rar werden und die Qualität der Arbeit spürbar steigt? Wird es uns gelingen, Arbeit in unserer nachindustriellen, wissensbasierten Marktwirtschaft sinnvoll zu gestalten, sie auf mehr Schultern zu verteilen und bei allem verständlichen Streben nach Erfolg auch an das Gemeinwohl zu binden?
Muss jede Arbeit unbedingt konkurrenzfähige Erwerbsarbeit für globale Märkte sein? Oder gibt es in unserer Gesellschaft nicht auch einen großen Bedarf an sinnvoller Arbeit, die den Mitmenschen und der Gesellschaft dient, ohne profitabel sein zu müssen?
Solche Fragen werden in dem vorliegenden Buch erörtert. Die Verfasser wollen uns zeigen, dass es möglich ist, gute, sinn- und sogar Glück stiftende und gesellschaftlich wertvolle Arbeit für viele Menschen erreichbar zu machen. Manche Vorschläge werden weiter gedacht und diskutiert werden müssen, manches muss erprobt und wissenschaftlich untersucht werden, anderes steht vielleicht schon kurz vor der Serienreife.
Ich hoffe, dass es durch die Überlegungen in diesem Buch gelingen wird, der Vergewisserung und Reflexion darüber, wie wir künftig arbeiten wollen, neuen Schwung zu verleihen.
Geschäftsentwicklung, Wachstum und Innovation. Das sind seine Steckenpferde. Kommunikationstechnologien und Austausch seine Leidenschaft. So baute Clemens Brandstetter bereits Ende der 90er Jahre einen Bereich für E-Commerce auf, wo er ein
Johannes Czwalina hat sich als Top-Managementcoach, Referent und Autor einen Namen gemacht. Entfremdung im Job? Das gehört zum Alltag seiner Kunden im Beratungsgeschäft. Den Glauben an Marketing-Sprüche über High Potentials hat Czwalina schon länger verloren. Seine These: Viele Manager können im Alltag die mit ihrer Person verbundenen Leistungsversprechen nicht einlösen. Ausgebildet als Theologe, erklärt der Personaler seine Berufung Managern so: Unsere Gesellschaft ist permanent überflutet von allen möglichen Reizen. Wir brauchen jetzt Persönlichkeiten. Vor allem Innerlichkeit. Das ist dem Coach auch privat wichtig. Durch eine Veränderung meiner Einstellungen, meinem Verhalten, schreibt Czwalina in seinem ersten FAZ-Buch „
Die Autoren, Clemens Brandstetter und Johannes Czwalina plädieren für ein grundlegend neues Verständnis von Arbeit. Eingebunden in gesellschaftliche Verantwortung, die nur durch Mitarbeiter und Management gemeinsam wahrgenommen werden kann: durch ein neues Verständnis von Führung und Dienst. Wir brauchen Arbeits-Aktivisten, die den Wandel in vielen Schritten bei sich beginnen. Die Qualität von Managern und Mitarbeitern wird in Zukunft die wahre Wertschöpfung ermöglichen, abseits von Wachstum und Gewinn.